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Notfunk & Amateurfunk

Funkamateure und Notfunk:

Hier gibt es Berichte von Noteinsätzen in denen Funkamateure geholfen bzw. selbst in Notsituationen gewesen sind. Da die Informationen aus dem Internet zusammengetragen wurden, kann kein Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit gegeben werden. Für weitere Zusendungen ist der Webmaster dankbar....


Zwei Funkamateure in USA vor Fluten gerettet


07.06.13: Eric Heaton, KF4LJN, und Henry Miller, N4VG, konnten dank des Amateurfunks von einer überfluteten Campingfläche gerettet werden. Am Morgen des 19. Mai gegen 4.40 Uhr wurden die Funkamateure durch einen hohen Flutpegel des Lake Chinabee in Munford im US-Bundesstaat Alabama geweckt. Die beiden campierten, als plötzlich Wasser in ihr Zelt eindrang. Einige Male parkten sie zudem ihre Fahrzeuge um. Sie bemerkten bald, dass die einzige Straße aus dem Gebiet heraus bereits 1,5 Meter überflutet und unpassierbar war. N4VG gelang es, über ein 2-m-Relais auf dem Mount Cheaha Hilfe zu holen. Ein Funkamateur in Tallageda informierte daraufhin lokale Hilfskräfte, welche die zwei Camper mit einem Boot evakuieren konnten. Das Mobilfunknetz war vor Ort zu schwach, um darüber einen Notruf abzusetzen. Dies berichtet die Amateur Radio Newsline. Quelle: DARC



Erdbeben auf den Philippinen


7.2.2012: Nach einem Erdbeben der Stärke 6,8 dauern die Auswirkungen im Zentralgebiet der Philippinen mit Erdrutschen, die Dutzende von Toten verursacht haben und viele Einwohner in eingestürzten Häusern verschütttet haben.

Der Chef-Einsatzleiter der IARU-Mitgliedsgesellschaft PARA, Eddie Valdez, DU1EV, berichtet, dass Funkamateure jetzt Kommunikationsunterstützung leisten. Er berichtet, dass diejenigen, die in der Nähe des Epizentrums in den Rufzeichengebieten DU7 und DU6 leben, aktiviert wurden. Sie arbeiten im VHF-Band.


Ihre Hilfe beinhaltet Nachrichtenübermittlung bei zusammengebrochener Telefonkommunikation, flächendeckendem Stromausfall und zerstörten Brücken und anderer zerstörter Infrastruktur.

Das Beben in einer Meerenge zwischen den dicht besiedelten Inselprovinzen Negros und Cebu ereignete sich am Montag um die Mittagszeit. Es gab inzwischen 200 Nachbeben, einige davon fast so stark wie das Hauptbeben, die weitere Panik verursacht haben.

Eddie, DU1EV, berichtet, dass sie ihre Einsatzzentrale an Bord des Philippinischen SAR-Schiffs der Küstenwache BRP Davao del Norte eingerichtet haben. HEROs leitet Nachrichten aus den Katastrophengebieten nach Cebu und Manila weiter.

Retter suchen nach Überlebenden nachdem das Beben der Stärke 6,7 Dutzende von Personen getötet hat.


Die Zahl der Toten beträgt 43, aber die Retter suchen weiter nach Vermißten in den Trümmern und Erdmassen.

Das Beben kam kurz vor der Mittagszeit (Ortszeit) am Montag in den dicht bevölkerten Inseln Negros und Cebu in der Mitte des Landes.


Eddie, DU1EV, sagt, dass der abgewickelte Nachrichtenverkehr hauptsächlich Suchanfragen aus Übersee betrifft von Personen, die nach Informationen über ihre Familien in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten suchen. Er berichtet „Da Telefonleitungen und Mobiltelefon unzuverlässig sind, bildet Amateurfunk eine lebenswichtige Verbindung.


Das Beben geschah, nachdem vom 16. bis 18.Dezember ein Taifun über die südlichen Philippinen gefegt war mit Verlust von zahlreichen Menschenleben, bei dem ebenfalls Funkamateure geholfen hatten. Quelle: DARC



Flutkatastrophe in Thailand


19.10.2011: Der folgende Bericht kommt von Jim Linton, Region 3.


Aktionen von Funkamateuren bei der Flutkatastrophe

Funkamateure werden gebeten, die Frequenzen 7.060 – 7.063 kHz frei zu machen, da diese Frequenzen von Thailändischen Hams während der Flutkatastrophe benutzt werden.


Thailändische Behörden kämpfen gegen die schwersten Fluten seit Jahrzehnten mit bisher rund 280 Toten. Die Hauptstadt Bangkok wird mit Sandsäcken vor der Bedrohung geschützt.In den Außenbezirken haben die Fluten Ernten vernichtet, Fabriken überflutet und die Häuser oder Lebensgrundlagen von Millionen von Leuten zerstört. Rund 110.000 Personen haben Zuflucht in Schutzräumen gesucht. Die Überschwemmung wird für rund eine Woche andauern. Die Gezeitenflut wird für 1 oder 2 Tage verhindern, dass das Wasser der Überschwemmung ins Meer abfließt, aber die Aufräumarbeiten könnten ein Jahr dauern.


Der überwiegende Funkverkehr während der Überschwemmung wird von Freiwilligen im 2m-Band abgewickelt, davon einige, deren Häuser überschwemmt sind. Es ist nicht möglich abzuschätzen, wieviele Hams dabei involviert sind.


Die Station des Hauptquartiers der RAST, HS0AC, ist von den Wassermassen bedroht. Der internationale Verbindungsbeauftragte der RAST Tony Waltham, HS0ZDX, hat einen Aufruf an Mitglieder und Freunde geschickt mit Informationen zum Ausmaß der Überschwemmung. Zuvor hat bereits die nationale Rundfunk- und Telecom-Mission von Thailand ein Amateurfunkrelais für den Einsatz zur Fluthilfe- Kommunikation gespendet. Quelle: DARC



KL7RRC-DXpedition setzte Notruf ab


Es war 15:35 UTC am 23. Juli 2010, als die KL7RRC-DXpedition auf 14,264 MHz einen Notruf absetze. Team-Mitglied Merle Elson, K5MT, verspürte plötzlich Schmerzen im Brustbereich und erlitt eine Herzattacke. Norbert Patent, DG1NPM, vernahm den Notruf auf 14,264 MHz und meldete ihn dem amerikanischen Amateurfunkverband ARRL, wie er dem DARC mitteilte. Zeitgleich begann im QRZ-Forum eine unterstützende Diskussion mit dem Austausch an Informationen, sodass die US-Küstenwache informiert werden konnte. Gemäß den Einträgen im QRZ-Forum berichtete die Küstenwache in Alaska, dass OM Merle in ein Krankenhaus nach Kodiak geflogen wurde. Ihm soll es nach einer entsprechenden ärztlichen Behandlung wieder besser gehen. Die DXpedition hatte das dünn besiedelte Gebiet der Semidi Islands (IOTA-Nr. NA-235) zum Ziel, das unter KL7RRC vom 22. bis 2. August aktiviert werden sollte. Das Team, darunter neben K5MT auch Alexander Kuznetsov, RW3RN, Yuri Sushkin, N3QQ, und Yuri Zaruba, UA9OBA, gehört dem Russian Robinson Club an. Quelle: DARC



Medizinischer Notfall Amateurfunk half bei Rettung auf See


09.04.2010: Dank Amateurfunk konnte bei einem medizinischen Notfall im Pazifik Hilfe angefordert werden. Am 4. April 2010 setzte David, KF7GWI, an Bord der S/V Wind Child einen Notruf auf der Frequenz 14,300 MHz ab, die innerhalb den IARU-Regionen 1 bis 3 für Notfälle genutzt wird. Der Ruf wurde von Bill, KI4MMZ, aus Flagler Beach im US-Bundesstaat Florida empfangen. Er zählt zu einer Gruppe freiwilliger Funkamateure, die sich im Interkontinentalen Traffic Network, Maritime Mobile Service Network und dem Pacific Seafarers Network engagieren und die Frequenz bis zu 18 Stunden täglich überwachen. K4MMZ stellte die Position etwa 2200 km südwestlich von San Diego, Kalifornien, fest. KF7GWI berichtete von einem medizinischen Notfall eines Besatzungsmitglieds. OM Bill stellte eine Telefonverbindung zur Küstenwache Kalifornien her und berichtete über die Details des Notfalls. Mit der kalifornischen Luftgarde kamen zunächst vier Fallschirmspringer mit einem Schlauchboot und medizinischer Ausrüstung zur Hilfe. Danach wurde das Crewmitglied zum Schiff Cap Palmerston gebracht, mit Fahrtrichtung San Diego. Hubschrauber brachten den Patienten schließlich ins Krankenhaus zur weiteren Behandlung. Ohne die koordinierenden Amateurfunkkontakte hätte keine schnelle Rettung stattfinden können. Das Satellitentelefon hatte am Unglücksort nicht funktioniert. Quelle: DARC



Erdbeben in Haiti


10.01.2010: Unmittelbar nach Bekanntwerden des Erdbebens riefen die IARU und Amateurfunk-Dachverbände alle Funkamateure dazu auf, die Notfunkfrequenzen (IARU Region 2) frei zu halten und abzuhören. Strom- und Telefonnetz waren durch das Beben weitgehend zerstört worden. In Haiti gibt es nur recht wenige Funkamateure; dennoch konnten Überlebensmeldungen und Hilferufe empfangen und weitergeleitet werden. Auch Hilfsorganisationen, die nach Haiti unterwegs waren, setzten auf Amateurfunk, da durch die große Anzahl der Helfer die Satellitentelefonverbindungen überlastet waren.



Funkamateure retten Flüchtlinge in Bergnot


22.01.2008: Für eine ukrainische Flüchtlingsfamilie im schweizerisch-italienischen Grenzgebiet Malcantone am Monte Lema kam Hilfe, dank zweier Funkamateure, gleich doppelt aus der Luft: Eine Mutter mit ihren fünf Kindern war am vergangenen Sonntag über die grüne Grenze ins Tessin geflüchtet, um in der Schweiz Asyl zu suchen. Bei schlechter Sicht hatten sie im hohen Schnee die Orientierung verloren. Mit Hilfe eines Funkgerätes versuchte der 21-jährige Sohn um Hilfe zu rufen. Der tessiner Funkamateur Claudio Tiziani, HB9OAU, fing die Notrufe über Funk auf und Dank seinen Erfahrungen aus dem Peilsport konnte er zusammen mit dem italienischen Funkamateur Carlo Casalmaiocco, IK2WIU, den Standort der Flüchtlinge recht genau bestimmen.

Der Hubschrauber der schweizerischen Bergrettung REGA fand die Flüchtlinge noch vor Einbruch der Dunkelheit anhand der genauen Positionsbestimmung durch die Funkamateure. Quelle: DARC



Goldene Antenne für Mustapha, DL1BDF


Anlässlich der 39. Deutsch-Niederländischen Amateurfunkertage (DNAT) in Bad Bentheim vom 23. bis 26. August 2007 wurde die 25. Goldene Antenne an Mustapha Landoulsi, DL1BDF, verliehen. Er erhielt die Ehrung für seine herausragenden humanitären Leistungen auf dem Gebiet des Amateurfunks. Der in Tunesien geborene Pilot hatte über den Amateurfunk erfahren, dass ein Mädchen in Simbabwe dringend ein Medikament benötigt, ohne das es nicht überleben kann. So besorgte er das Medikament und organisierte mit seinen Piloten-Kollegen, dass das Medikament rechtzeitig ankam.

Neben dieser beachtlichen Tat setzt sich OM Mustapha stets für die Verständigung zwischen Deutschen und Arabern ein. Er fördert den Amateurfunk in Tunesien und errichtete ein 70-cm-Relais in Algerien. Aber auch in Deutschland engagiert er sich im Ortsverband Norden und initiierte das Museum Norddeich-Radio. So erhielt er die Goldene Antenne als „Oskar für sein Lebenswerk“, wie der Bürgermeister von Bad Bentheim, Hr. Dr. Pannen betonte. Quelle: DARC



Notfunk im Erdbebengebiet Pakistan


21.10.2005: Nach dem Erdbeben der Stärke 7,6 auf der Richterskala in der Kashmir-Region in Pakistan und Teilen Indiens Anfang Oktober betreibt eine Handvoll pakistanischer Funkamateure auf dem 40-m- und 20-m-Band ein Notfunknetz. Nach Informationen von Bharati Prasad, VU2RBI, die maßgeblich an der Notfunkkommunikation zur Tsunamikatastrophe im Dezember 2004 beteiligt war, nehmen am jetzigen Funknetz jedoch wegen Sicherheitsbestimmungen keine indischen Stationen teil. Die Netzkontrolle hat Ismail Zahid, AP2MIZ, inne, der um stets freie Frequenzen bittet. Quelle: ARRL/DARC



Funkamateure helfen am Missisippi


01.09.2005: Die Lage im Hochwassergebiet rund um den Missisippi ist weiterhin relativ unklar. Nach dem Zusammenbruch aller öffentlichen Kommunikationseinrichtungen ist der Amateurfunk in vielen Fällen die einzige Verbindung zu Außenwelt. Tagsüber auf 7,285 MHz und nachts auf 3,873 MHz wickelt das Notfunknetz "West Gulf" seinen Betrieb ab. Auf 14,265 MHz ist das "SATERN" QRV. SATERN und West Gulf Emergency Net bitten darum, die genannten Frequenzen im Bereich +/- 5 kHz unbedingt freizuhalten.

Bereits jetzt ist unter anderem geplant, den Evakuierungstransport der 25.000 im Superdome von New Orleans Eingeschlossenen Flutopfer nach Houston/Texas durch Funkamateure begleiten zu lassen. Informationen zur aktuellen Lage finden Sie beim amerikanischen Amateurfunkverband ARRL im Internet unter www.arrl.org. Quelle: DARC



Kommunikation im Hochwassergebiet


24.08.2005: Während der Hochwasserkatastrophe am Alpenrand unterstützen österreichische Funkamateure die Einsatzkräfte. In weiten Teilen Vorarlbergs ist aufgrund des Hochwassers die komplette Kommunikations-Infrastruktur zusammengebrochen. Unter dem Rufzeichen OE9XRK, der Amateurfunkstelle des Österreichischen Roten Kreuzes und unter den Rufzeichen der in Voralberg ansässigen Amateurfunkstationen läuft wichtiger Katastrophen-Funkverkehr.

Dort stationierte Funkamateure, die mit Notstrom auch netzunabhängig Funkverkehr abwickeln können, stellen ihre Anlagen für wichtige Nachrichten zwischen Angehörigen und Rettungsorganisationen zur Verfügung. „Auch ein deutscher Funkamateur, der sich im Bezirk Bregenz befindet, unterstützt unter dem Rufzeichen OE/DL3TA den Funkverkehr", so der Präsident des Österreichischen Versuchssender-verbandes (OEVSV), Michael Zwingl, OE3MZC, in einer Pressemitteilung. Quelle: DARC



Seebeben in Thailand


09.01.2005: Funkamateure unterstützten Katastrophenstäbe in Sri Lanka und Thailand

Nach dem Totalausfall der Telekommunikation durch das Seebeben unterstützten Teams von Funkamateuren in Sri Lanka und Thailand die Katastrophenstäbe und stellten Kontakte zwischen den betroffenen Küstengebieten und den Behörden her. Der Funkverkehr findet vor allem im VHF-Bereich und auf 40 m statt. Ein Team von Funk- amateuren, das sich seit 3.12. zu einer DXpedition auf den Andamanen aufhielt, stellte umgehend seine Ausrüstung den Helfern und Behörden zur Verfügung.

Quelle: Victor Goonetilleke, 4S7VK



Notruf Malaria!


01.06.1996: Seit mehreren Jahren sammeln die Yls bei vielen Gelegenheiten wie Messen und Ausstellungen Brillen oder Geld, um damit Medikamente für Pater Alexander, CP8Al, in Bolivien zu kaufen. Der Pater arbeitet dort am Centro Materno Infantil. Jetzt erreichte uns ein kurzer Bericht aus Bolivien:

Amateurfunk war die Rettung! Obwohl wir wegen der schlechten Funkbedingungen auf das 40-m-Band ausweichen mussten, konnten mit Hilfe von Roberto, CP6VP, in Santa Cruz Stan, DF8WZ, und Deny, DL5FDA, in Deutschland unseren Notruf hören. Sie leiteten diesen weiter, und so konnten wir endlich bei Action Medeor, einem Medikamentenhilfswerk in Norddeutschland, für 5000 $ Malariamedikamente bestellen. Seit Anfang des Jahres wird Guayaramerin, eine 30000 Einwohner zählende Urwaldstadt im Norden Boliviens, zunehmend von Malaria heimgesucht. Derzeit erkranken etwa 800 Menschen monatlich an dieser Krankheit, fastdoppelt so viele wie im Vorjahr. Die Tendenz ist trotz Ende der Regenzeit weiterhin steigend.

Im Laufe der vergangenen Wochen mussten wir immer wieder bei benachbarten Krankenhäusern Medikamente ausleihen, da der Nachschub von staatlicher Seite längst nicht mehr sichergestellt war. Trotzdem wurde unser Medikamentenbestand im Hospital täglich geringer und unsere Sorgen entsprechend größer.

So haben wir per Telefax versucht, in Deutschland Medikamente zu ordern, was aber durch technische Probleme nicht gelang. Unsere einzige Rettung erschien der Amateurfunk

Am Tag nach dem erfolgreichen Kontakt bestätigte uns DL5FDA per Funk, dass die Medikamente per Luftpost unterwegs seien. Unsere Freude im Hospital war Riesen groß. Amateurfunk ist in Notfällen ein zuverlässiges Medium zur Hilfeleistung über Kontinente.

Ein herzliches Dankeschön an alle deutschen Funkamateure, die unseren Notruf aufgefangen und für schnelle Hilfe gesorgt haben.

Pedro, CP8XA  Quelle: CQ DL 6/96



Als Funker auf der "Sibirjakow" und der "Tscheljuskin"


Im Jahre 1932 nahm Ernst Krenkel die Stelle des Zweiten Funkers auf dem Eisbrecher "Alexander Sibirjakow" an, der am 28. Juli von Archangelsk aus in See ging, um über den Nördlichen Seeweg in direkter Fahrt Wladiwostok zu erreichen. Die Reise verlief schwierig, doch schließlich erfolgreich. Wegen der geringen Stationsdichte jm hohen Norden der Sowjetunion hatte Krenkel Mühe, die geforderten regelmäßigen Positionsmeldungen an die potentiellen Empfänger weiterzuleiten.

Da die Eisbrecherfahrt der "Alexander Sibirjakow" die prinzipielle Nutzbarkeit des Nördlichen Seeweges beweisen konnte, wurde am 12. Juli 1933 der Dampfer " Tscheljuskin" auf die Reise geschickt, um die Passierbarkeit dieser Route auch für gewöhnliche Handelsschiffe zu testen. Als Erster Funker befand sich Ernst Krenkel an Bord, der noch nicht wusste, welchen heroischen Abschluss diese Reise finden sollte.

Zunächst verlief alles normal, Krenkel führte den routinemäßigen Dienstfunkverkehr durch, erprobte die neue Funkstation und fuhr in der freien Zeit etliche QSOs. Dann kam der verhängnisvolle 13. Februar 1934. Ernst Krenkel befand sich mitten in einem Funkspruch, als er ein fürchterliches Krachen und Poltern vernahm, das von einem Stoß begleitet wurde, der das ganze Schiff erbeben ließ. Die "Tscheljuskin" war zwischen zwei riesige Packeisfelder geraten und im Begriff, von diesen zermalmt zu werden. Krenkel gelang es noch, die nächstgelegene Funkstation auf Uelen über die Katastrophe zu informieren, bevor er mit Hilfe weiterer Besatzungsmitglieder in aller Eile begann, die Stationsausrüstung zu demontieren und zusammen mit den Reservegeräten und anderen lebenswichtigen Gütern auf das Eisfeld zu bringen.

Unter unsäglichen Mühen schaffte man es, Zelte, Lebensmittel und Treibstoff vom Schiff zu transportieren. Auch nahezu alle Besatzungsmitglieder konnten sich auf das driftende Eisfeld retten, bevor das Schiff in den eisigen Fluten versank. Es begann ein verbissener Kampf mit überlegenen Naturgewalten, der Klugheit, Kaltblütigkeit, aber auch die unbedingte Hoffnung auf eine Rettung erforderte.

Krenkel konnte unter äußerst dramatischen Bedingungen den Funkkontakt mit dem Festland wieder herstellen, so dass die schwierigen Rettungsarbeiten für die Tscheljuskin-Besatzung, zu der auch Frauen und Kinder gehörten, koordiniert verliefen. Auf dem Eisfeld wurde ein Landeplatz für Polarflugzeuge eingerichtet. Mutige Piloten flogen diesen bei gutem Wetter an und evakuierten Schritt für Schritt die driftenden Eisschollenbewohner. Dieser Einsatz dauerte bis zum 13. April 1934, immer wieder unterbrochen durch Schlechtwetterperioden.

Ernst Krenkel, der bis zuletzt an seiner Funkstation ausharrte und dafür sorgte, dass der berühmte Faden zur Außenwelt nie abriss, verließ mit den noch verbliebenen fünf anderen Besatzungsmitgliedern an diesem Tag per Flugzeug das Eisfeld. Das Rufzeichen der "Tscheljuskin", RAEM, das dank Krenkels aufopferungsvollen Einsatzes auch auf der Eisscholle nicht verstummte, wurde ihm von nun an als persönliches Amateurfunkrufzeichen verliehen und ist bis heute vielen älteren Funkamateuren noch ein Begriff.

Quelle: CQ DL 1/92 (Auszug aus einem umfangreichen Bericht)




Russisches Krankenhaus bedankt sich bei Deutschen Funkamateuren


Die Mitglieder des OV Kempen (R05) erhielten kürzlich aus Ukhta (UA9X...) einen Brief, über den sie sich sehr gefreut haben.

Der Verwalter des Ukhtaer Kinderkrankenhauses, Nikolaij Wenin, schreibt: "Den größten Dank für die einzigartige humanitäre Hilfe, die die Kempener Amateurfunker uns geleistet haben. Wir, die Mediziner der Stadt Ukhta, haben das erste Mal so eine große Masse sehr wichtiger und nötiger Verbandsstoffe und Medikamente erhalten. Das Abladen des riesigen Flugzeuges, das Abtransportieren in die Stadt und das Verstauen der Lasten im Kinderkrankenhaus dauerte acht Stunden. Dabei waren die Ukhtaer Amateurfunker behilflich. Wir danken nochmals allen Spendern und fühlen uns sehr verpflichtet allen, die an dieser Hilfsaktion teilgenommen haben." So weit der Brief.

Die Kempener Amateure hatten im Mai 1992 damit begonnen, eine Hilfsaktion für das Kinderkrankenhaus in Ukhta zu organisieren. 33 Tonnen Verbandsmaterial und Medikamente waren in Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk, OV Lüdinghausen, auf 81 Europaletten verpackt worden, jede 2,40 m hoch. Zwei Paletten mit Lebensmittel und Kleiderpaketen aus verschiedenen OVs der L- und R-Distrikte kamen hinzu. Mit drei besonders hohen Sattelaufliegern wurde die Fracht termingerecht zum Köln-Bonner Flughafen gebracht. Beklemmende Augenblicke für die Organisatoren: Maximal 70 Paletten fasst der Riesenvogel, und 83 stehen in der Abfertigungshalle!

Als die Antonow AN22 dann aber endlich - mit 14 Tagen Verspätung - einschwebt, klappt die Verladung reibungslos. Die Kempener hatten sofort den Abflug der AN22 nach Ukhta gemeldet, doch das Flugzeug brauchte statt der angekündigten sechs Stunden zwei Tage bis Ukhta. Der Teufel weiß, warum die vollgetankte Maschine in Moskau zwischenlanden und 36 Stunden dort bleiben musste.

Als sich dann aber Soris, UV9XD, meldete und berichtete, dass die Maschine bereits entladen sei, atmete man in Kempen erleichtert auf.

Paul Söldner, DJ1MH

Quelle: CQ DL 2/93



Rettungsaktion per Funk


Im April konnte ich einen Notruf von Valery, RK6AG, aus Sotschi aufnehmen, der mir in gebrochenem Deutsch eine Geschichte erzählte, die kaum zu glauben war. Im Krankenhaus von Sotschi liege ein Deutscher, der von der russischen Mafia überfallen worden sei. Es handele sich um Hans aus einem Ort in der Nähe von Osnabrück. Er sei bei dem nächtlichen Überfall durch sieben Messerstiche in die Brust und vier in den Rücken schwer verletzt, Kleidung, Geld und Ausweise seinen ihm abgenommen worden. Die restlichen Umstände blieben mysteriös.

Der Zufall wollte es, dass Valery von der Geschichte erfuhr und er als Funkamateur mit Deutschkenntnissen Funkpartner in der Heimat des Opfers verständigen konnte. Selbstlos versorgte Valery das Opfer mit Bekleidung, zusätzlicher Verpflegung, und er besuchte Hans regelmäßig. Dabei erfuhr er auch die Telefonnummer von Hans' Firma und dass er sich drei Monate im Koma befunden hatte und nunmehr schon acht Monate im Krankenhaus lag. Über Funk versuchte ich, auf dem 20-m-Band einen regelmäßigen Kontakt mit Valery aufrecht zu halten.

Es gelang mir, die Arbeitskollegen von Hans zu informieren. Dort glaubte man an ein Wunder, denn weder in der Firma noch zu Hause nahm man an, dass Hans noch leben würde. Von diesem Zeitpunkt an gab es einen guten Kontakt zur Familie von Hans. Auch das Auswärtige Amt in Bonn konnte ich über die Ereignisse in Sotschi informieren, und nachdem auch die russische Botschaft in die Angelegenheit einbezogen worden war, konnte Hans in wenigen Tagen zurück nach Deutschland gebracht werden.

Frank Schillert, DL6HRA

Quelle: CQ DL 2/95 (Auszug aus einem umfangreichen Bericht)




Rettung aus Seenot


Am 10. August 1991 waren meine XYL Sumiko, DD5FR, und ich bei Masaki Hiratsuka, JA1KRM, in Tokio eingeladen. Wir hatten vor, am späten Nachmittag das Museum für die Stadtgeschichte Tokios zu besuchen und vorher etwas Funkbetrieb zu machen.

Die Bedingungen waren zur Mittagszeit auf 15 rm nicht sehr gut, aber mein letzter CQ-Ruf brachte eine Verbindung zu 7J1AIJ/m, Thomas Scherer, der bei der deutschen Botschaft in Japan beschäftigt ist und gerade nach Akihabara fahren wollte, um sich dort einen Transceiver zu kaufen. Er wurde natürlich umgeleitet und traf zehn Minuten später mit YL Motoe, 7M1CBR, bei uns ein. Anwesend waren noch Hideyuki Nebiya, JE1BQE, und Masaru Iwata, JM1RKU, ein Spezialist für die Stadtgeschichte Tokios.

Wir unterhielten uns sehr gut, und als wir gegen 15.30 Uhr aufzubrechen gedachten, wollten wir nur noch einmal hören, ob die Bedingungen sich geändert hatten. Sie hatten sich gebessert, und auf 21, 152 MHz trafen wir auf eine Runde deutschsprechender Australier. Wir hatten die gegenseitige Vorstellung gerade hinter uns gebracht; als sich um 15.45 Uhr N4KSN/mm meldete. Die Station war sehr schwach, und nur dank unserer guten Antenne (Quad - hat schon drei Taifune überstanden!) konnten wir die Station aufnehmen.

N4KSN/mm, Volkert, sprach Deutsch. Er berichtete uns, dass der Motor seiner 14-m-Jacht "Jambo" defekt und der Mast gebrochen sei. Er habe sich aus Draht notdürftig eine Antenne gebastelt. Seit drei Tagen treibe er im Seegebiet von Indonesien westlich der Insel Biak langsam auf Riffe und Untiefen zu. Er habe zwar noch einige Stunden Zeit, aber der Schiffbruch sei unabwendbar, falls keine Hilfe käme.

Natürlich klingelten bei uns die Alarmglocken, und auch die Australier versprachen, ihrerseits die australische Küstenwache zu alarmieren, aber was wir auf japanischer Seite erleben mussten, ließ mir meine letzten drei Haare zu Berge stehen! Thomas, 7J1AIJ, hielt die Verbindung mit dem Havaristen, während wir im Hintergrund versuchten, Rettungsmaßnahmen einzuleiten.

Beim Amt für die Sicherheit auf See, so die wörtliche Übersetzung, erreichten wir nur den Anrufbeantworter - es war ja Samstag Nachmittag. Der Amateurfunkverband JARL erklärte sich für nicht zuständig, und die Polizei konnte auch nicht helfen.

Ein Anruf beim Außenministerium brachte uns eine Dame ans Telefon, die erst einmal fragte, ob Japaner betroffen seien. Als wir das verneinten, meinte sie, dass man dann auch nicht helfen könne. Das war ein Hammer! Den anwesenden Japanern war das sichtlich peinlich!

Auch mein Hinweis, dass wir Ausländer seien und dass solch eine Haltung im Ausland zumindest Erstaunen auslösen würde, erbrachte keine Änderung in der Haltung dieser Dame (der Name ist uns bekannt). Bei der indonesischen Botschaft war nur eine Stallwache anwesend. Der Herr sprach leider nur Indonesisch.

Da Volkert ein amerikanisches Rufzeichen hatte, gingen wir davon aus, dass er amerikanischer Staatsbürger sei. Daher riefen wir die amerikanische Botschaft an und baten dort um Hilfe. Die wurde auch zugesagt, aber nach zehn Minuten riefen sie zurück und teilten mit, dass sie bei den japanischen Behörden auch nicht weitergekommen seien. Sie wollten versuchen, über die amerikanische Küstenwache etwas zu erreichen.

Ein japanischer OM, der uns zugehört hatte, suchte auf den Bändern nach indonesischen Stationen, wurde auch fündig und lotste eine Station auf unsere Frequenz. Leider stellte sich heraus, dass die Englischkenntnisse dieses OM nicht ausreichten, um unseren Notruf aufzunehmen und an die Behörden weiterzugeben. Später kam dann ein Anruf, dass die Küstenwache verständigt sei, und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis wir eine Verbindung zwischen der Jacht und einer Station auf Guam, die Kontakt zur dortigen Küstenwache hat, herstellen konnten. Durch die Aktivität der Amerikaner war man offensichtlich auf japanischer Seite aufgewacht. Vom Amt für die Sicherheit auf See (wer hat den Anrufbeantworter veranlassen können, etwas zu tun?) wurden wir informiert, dass man Kontakt zu Schiffen in diesem Seegebiet aufgenommen habe und dass zwei Schiffe, ein Handelsschiff und ein Fischereischiff, die angegebene Position auf 1° 5' Süd, 137° 18' Ost zur Hilfeleistung ansteuern werden. Auch die Dame vom Außenministerium meldete sich wieder, entschuldigte sich vielmals und teilte mit, man habe ein Telex nach Indonesien abgesandt.

Gegen 18 Uhr wussten wir, dass Hilfe unterwegs war und dass wir nichts weiter tun konnten. Tage später erfuhren wir, dass N4KSN/mm geholfen werden konnte. Der Motor sei repariert worden.

Thomas hat seinen Transceiver gekauft, das Museum wartet aber immer noch auf unseren Besuch, denn am Abend gingen wir dann nach Shinjuku!

Edgar Morrison-Cleator, DK9UN, 7JADW

Quelle: CQ DL 11/91




Notfunk beim Erdbeben in Kobe

 

In der japanischen CQ ham radio erschien jüngst ein Bericht über den Notfunkeinsatz der Funkamateure nach dem Erdbeben in Kobe Anfang des Jahres. Hier eine Zusammenfassung. Insgesamt waren mehr als 15000 Funkamateure drei Monate freiwillig mit dem Notfunkverkehrs befasst. In den Nachbarprovinzen hatte man 260 Handfunkgeräte gesammelt und an 16 Schwerpunkte wie Notunterkünfte und Auffanglager gegeben. Der Bezirksvorsitzende von Hokkaido schickte, aus Erfahrung klug geworden - 1993 gab es auf der Insel Okushiri westlich von Hokkaido eine Katastrophe -, gerade dann 5000 Ersatzbatterien ins Katastrophengebiet, als man dort das als Problem erkannt hatte.

Durch das Beben waren auch viele Amateurfunkstationen zerstört worden. Darum kamen Funkamateure aus anderen Provinzen, um im Katastrophengebiet QRV zu sein. Am wichtigsten war die Weitergabe von Informationen über die Katastrophe selbst - damit konnte die Logistik für Hilfsgüter und -personal arbeiten.

Der Vorsitzende der Clubstation der Tokioter Feuerwehrleute schrieb, dass die Notruftelefonnummer hoffnungslos überlastet gewesen sei und künftig neue Meldewege zwingend wären. Eine Möglichkeit sei der Amateurfunk, auch für die Feuerwehr selbst allein in Tokio seien ca. 250 Feuerwehrleute Funkamateure, und das sei um so wichtiger, weil auch das Feuerwehrfunknetz oft überlastet gewesen wäre.

Ebenfalls überlastet waren die Funktelefonnetze. Der Behördenfunk habe versagt. Die Dienststellen hätten zwar umgerechnet 132 Mio. DM für die Einrichtung eines satellitengestützten Notfunknetzes ausgegeben, aber beim Erdbeben wurden auch die Notstromaggregate und andere Geräte zerstört, Zugangswege versperrt, und teilweise waren Funker nicht in der Lage, Geräte zu bedienen, so dass viele Funkstellen nicht arbeiten konnten.

Edgar Morrison-Cleator , DK9UN, 7JADW

Quelle: CQ DL 11/95




Notruf von CP8AL – ein Wettlauf mit der Cholera


Samstag, 16. Februar 1991, 1741 UTC das Telephon klingelt. Es ist Peter Schüller, DK4KU: "Gehe auf 21400 kHz, Alex ruft dich."

Dr. Alexander Bendoraitis, CP8AL, bittet Franz-Willi Pfennings, DL6KBJ, um schnelle Hilfe. Etwa 90 km von Guayaramerin entfernt soll ebenfalls Cholera aufgetreten sein. "Wir haben keine Medikamente gegen diese Krankheit. Wir brauchen Impfstoff und Tetracyclin- Tabletten." DL6KBJ ruft über Telephon Dr. Dusan Ruppert, DG5KZ, an mit der Bitte: "Wo bekommt man Impfstoff und Medikamente?" Nach kurzer Zeit meldet sich DG5KZ auf 2 m und teilt DL6KBJ mit, dass er die Quellen ausfindig gemacht habe.

DL6KBJ ruft Michael Baumann, DJ4SN, in Wernau bei Stuttgart an mit der Bitte: "Wir brauchen einen schnellen Transportweg." Auch DJ4SN meldet sich nach kurzer Zeit auf Kurzwelle mit der Antwort: "Das geht klar. Am Mittwoch kann alles per Luftfracht nach La Paz gebracht werden."

Im Funkgespräch, das an diesem Tage bis 1859 UTC dauert, können wir CP8AL zusagen, dass wir alle Wege im Groben geklärt haben und nun die Kleinarbeit bei uns anfange. Das ist für die Leute in Guayaramerin eine erste Beruhigung.

Sonntag, 17. Februar 1991: Am Vormittag werden nun alle angerufen, soweit das am Sonntag möglich ist. Der Plan wird erstellt: Impfstoff von Marburg zum Flughafen nach Frankfurt. Tabletten soll DL6KBJ bei Medeor in Tönisvorst abholen und zum Flughafen nach Köln bringen. Mittwoch geht dann alles ab Frankfurt nach La Paz.

Montag, 18. Februar 1991: DGSKZ ruft morgens im Auftrag des Fördervereins Centro Materno Infantil in Marburg an, um den Impfstoff zu bestellen. Antwort: Kein Impfstoff vorhanden.

Er versucht es in Harnburg. Zunächst bekommt er die Antwort: "Zur Zeit ist kein Impfstoff in Deutschland zu bekommen. Wir suchen Ihnen eine Quelle in Frankreich." Dann bekommt er aber doch die Zusage, dass man noch irgendwo Impfstoff aufgetrieben hatte.

DL6KBJ regelt mit Frankfurt einen Transportweg über den Flughafen in Harnburg. DG5KZ klärt mit der internationalen Apotheke in Harnburg ab, dass der Impfstoff in einem Kühlbehälter zum Flughafen geliefert wird.

Bei Medeor in Tönisvorst stehen die Medikamentenpakete (30 kg) um 14 Uhr zum Abholen bereit. Auf der Fahrt nach Tönisvorst und von dort nach Köln zum Flughafen steht DL6KBJ aus seinem Wagen in ständiger Funkverbindung mit Fred Schoenen, DG4KN, aus Alsdorf. Durch dessen Hilfe kann er aktuelle Informationen weiterleiten.

Abends kommt die Bestätigung, dass die Medizin bereits unterwegs nach Frankfurt ist. Beim täglichen Funkkontakt mit CP8AL gibt es über diese Nachricht in Deutschland wie auch in Guayaramerin Freude. Dienstag, 19. Februar 1991: Eine zweite Tablettensendung wird auf den Weg geschickt. Im abendlichen QSO kann DL6KBJ CP8AL mitteilen, dass das Flugzeug mit den Medikamenten um 0.30 Uhr Ortszeit in La Paz landen soll. CP8AL teilt mit, dass der weitere Transport von La Paz nach Guayaramerin geklärt sei und das Flugzeug nach Plan am 21. Februar zwischen 10 und 12 Uhr Ortszeit ankommen werde.

Donnerstag, 21. Februar 1991: Im abendlichen QSO ist zu erfahren, dass das Flugzeug noch nicht angekommen ist.

Freitag, 22. Februar 1991: Im abendlichen QSO berichtet CP8AL, dass das Flugzeug um 11.15 Uhr angekommen sei und Herr Herzog schon um 11.30 Uhr die wertvollen Medikamente übernommen hat. Die Kühlkette des Impfstoffs sei nicht unterbrochen worden, und somit sei die Haltbarkeit bis Juni 1992 bei +2 bis +8 Grad gewährleistet.

Wir haben den Wettlauf mit der Cholera gewonnen. Das lokale Fernsehen in Guayaramerin berichtete über diese Hilfsaktion. Die Leute in Guayaramerin sind etwas beruhigter. Die Nachfrage nach den Medikamenten ist sehr hoch. Sie scheinen kostbarer als Gold zu sein.

CP8AL bedankt sich bei allen Helfern für die schnelle Hilfe. Viele Funkamateure hörten bei der Aktion zu und ließen die benutzten Frequenzen frei. Erst als die wichtigsten Informationen ausgetauscht waren, meldeten sich die OMs - das nennt man Harn Spirit, herzlichen Dank! Diese Aktion verursachte dem gemeinnützigen Förderverein Centro Materno Infantil Kosten in Höhe von fast 6000 DM.

Franz-Willi Pfennings, DL6KBJ

Quelle: CQ DL 5/91




Rettungsaktion auf 20 m


In einer dramatischen Rettungsaktion konnte ein 13-jähriger Junge durch Funkamateure des 20-m-Maritime-Mobile-Netzes gerettet werden. Er war von Piraten vor der honduranischen Küste angeschossen worden. Willie van Tuijl war gerade mit seinem Vater Jacco in einem Dingi, als nicaraguanische Seeräuber das wenige Meter entfernt ankernde elterliche Segelboot enterten, in dem sich Willies Mutter Jannie befand. Als sie entdeckten, dass sich der Familienvater mit seinem Dingi dem Segelboot näherte, feuerten sie mit automatischen Waffen, bis sie erkannten, dass sie ein Kind angeschossen hatten. Sie nahmen schließlich nur das Dingi mit, ließen aber die Familie auf dem Segelboot zurück. Via Amateurfunk rief der Vater, der das Rufzeichen KH2TD hat, um Hilfe. Ein Arzt und Funkamateur half, das mit einem Bauchschuss lebensgefährlich verletzte Kind so lange am Leben zu halten, bis über die ebenfalls über Amateurfunk herbeigerufene Küstenwache die weitere Versorgung des Jungen organisiert werden konnte. ARRL-Präsident Jim Haynie, WSJBP, in einem ABC- Interview: "Ohne Amateurfunk wäre dies die Geschichte eines Jungen, der in einem honduranischen Krankenhaus starb! "

Die Rettung war mehrfach in den nationalen Medien erwähnt worden und dürfte für einige Freizeit-Skipper den Anstoß geben, sich für Amateurfunk an Bord zu entscheiden.

ARRL

Quelle: CQ DL 06/00




Aus Lüdenscheid Funkkontakt ins Erdbebengebiet


Nach dem Erdbeben der Stärke 7,4 auf der Richterskala am 17. August in der Westtürkei waren die Telefon- und Mobilfunknetze zusammengebrochen. Den Kontakt zur Außenweit konnten allein Funkamateure im Erdbebengebiet wieder herstellen. Der Lüdenscheider Serdar Demirci, DL6DB, konnte schon kurz nach der Katastrophe seinen Onkel Volkan Cobanoglu, TA2IV, in Istanbul erreichen, der wiederum den Kontakt zu drei Funkamateuren im Erdbebengebiet aufbaute. So erhielt DL6DB direkt Informationen über Einzelschicksale und den Zustand von Straßenzügen und Häusern im Erdbebengebiet und konnte diese an die Angehörigen in Lüdenscheid und Umgebung weitergeben. Nachdem in der örtlichen Tageszeitung die Telefonnummer von Semir abgedruckt wurde, bekam er sogar Anfragen von besorgten Angehörigen aus ganz Deutschland. In den folgenden Tagen wurde der Kontakt mit den drei Stationen durch die Mithilfe der Funkfreunde des Lüdenscheider Ortsverbandes, 014, gehalten, um möglichst viele Anfragen beantworten zu können. Semir: "In so einer Lage muss man helfen." Auch für das Technische Hilfswerk, das vor Ort im Einsatz war, sollten die Lüdenscheider Funkamateure bei Bedarf die Logistik steuern, schilderte der Lüdenscheider-OVV Norbert Patent, DG1NPM.

Bei dem Erdbeben sind bisher über 14000 Leichen aus den Trümmern gezogen worden. Am schwersten getroffen wurden Gölcük und Izmit am Marmara-Meer.

Alexander Strutzke, DH9AS

Quelle: CQ DL 10/99




Terroranschlag auf das World Trade Center


"Das hatte niemand für möglich gehalten, dass in einem Land wie den USA alle Telefonleitungen nach draußen zusammenbrechen, auch die Verbindungen über das Internet." Helmut Heinz, DK6WL, spricht vom Schock, den die Ereignisse des 11. September auslösten. Er arbeitet in München bei ICM Mobile Radio, entwickelt dort Basisstationen und ist ein routinierter Funkamateur.

Als an diesem furchtbaren Tag der Krisenstab des Unternehmens ihn zu Hause ausfindig machte, war es kurz nach 22 Uhr. Die gesamte Kommunikation nach Nordamerika war abgebrochen. Kein Kontakt zur Siemens-Zentrale in Iselin. Keiner wusste, wie es den Kollegen und Freunden in Manhattan ging. Wie konnte man sich ein Bild von der Situation verschaffen? Wie sollte man auf den Ansturm von Fragen besorgter Angehöriger reagieren? Schon gegen 22.45 Uhr gelang es Helmut, auf Kurzwelle eine Verbindung nach New Jersey aufzubauen.

Ein Notkontakt war hergestellt, und die ersten Nachrichten trafen ein. Helmut befand sich unversehens mitten im "Health and Welfare Traffic". Auch amerikanische Freunde wollten ihren Familien in Deutschland mitteilen, dass sie überlebt hatten. "Ich habe dann einen Funkamateur in Baltimore aufgetan, der ein Lebenszeichen von Amerikanern nach Frankfurt weiterleiten sollte. Ein schönes Gefühl, als ich dann die betreffende Familie anrufen und mitteilen konnte: ,Alles o.k. - den Freunden geht es gut!'" Sicherheitshalber wurde dann ein Point of Contact im US Emergency Radio Net für unsere amerikanischen Kollegen eingerichtet. Mit Hilfe von Alex, W2OX, wurde zudem der Frankford Radio Club eingeschaltet, Funkamateure an der Ostküste, die täglich über KW in DL zu hören sind und helfen wollen, wo sie nur können. Über das europäische DX-Cluster können jederzeit die Notfunker von Siemens alarmiert werden

Roland Mensch, DK3Gl, ein Erlanger Funkfreund von OM Helmut und beruflich bei einem UMTS-Projekt in München eingesetzt, hat einen wichtigen Hinweis zu Notsituationen. "Angesichts der Tatsache, dass die modernen Kommunikationsmittel bei diesem Terroranschlag an ihre Grenzen kamen und zusammenbrachen, zeigte sich die unschätzbare und wertvolle Zuverlässigkeit des Amateurfunks. Bei Siemens arbeiten viele Funkamateure. Wir sind auch in Zukunft auf Krisenfälle vorbereitet und jederzeit zur Hilfe in der Not bereit. "

Wollgang Müller

Quelle: CQ DL 12/01




Quer-Verbindungen der Hilfskräfte nur über einen Funkamateur


Wie wichtig der Amateurfunk im Katastrophenfall ist, zeigt das Beispiel Hamburg-Wilhelmsburg. Wilhelmsburg wurde von der gleichen Sturmflut 1962 schwer getroffen. Der Stadtteil stand völlig unter Wasser und war von der Außenwelt abgeschnitten. In den Fluten kamen 315 Menschen ums Leben. Die vielen Einsatzkräfte unterstanden dem Katastropheneinsatzleiter Helmut Schmidt, dem späteren Bundeskanzler. Alle eingesetzten Hilfskräfte, wie das Technische Hilfswerk, die Bundeswehr, das Rote Kreuz, die Polizei, die Feuerwehren und die StromversorgungsgeseIlschaften waren mit Funkgeräten ausgerüstet und hatten ihren eigenen Frequenzbereich. Sie konnten mit Mitgliedern der eigenen Organisation gut kommunizieren. Aber wenn eine Querverbindung gebraucht wurde, sahen die zugewiesenen Frequenzen keine Möglichkeit vor. Um trotzdem schnell helfen zu können, wurde ein Funkamateur, Ewald Stadler, Dj2UE, mit einem Hubschrauber eingeflogen, im Gepäck ein KW-Transceiver, Stromversorgung und Antennen.

Ähnlich verlief es bei der Schneekatastrophe in Schleswig Holstein von Dezember 1978 bis April 1979. Vor allem im Landesteil Angeln herrschten katastrophale Lebensbedingungen. Teilweise war man dort 14 Tage lang ohne Stromversorgung. Alle Hilfsorganisationen waren im Einsatz, nötige Funkverbindungen von einer zur anderen Einheit kamen nicht zustande. Erst als Funkamateure aus dem OV Süderbrarup, M15, mit UKW-Handfunkgeräten auf die einzelnen Einheiten verteilt wurden, klappten auch Querverbindungen.

Hinweis der Redaktion Funkurteile: An der Hamburger Sturmflut waren mehrere Funkamateure mit Hilfsaufgaben betreut. Im oben genannten Bericht handelt es sich um die Tätigkeit eines einzelnen Funkamateurs.

Quelle: CQ DL 2/02




Notruf aus dem Mittelmeer


Für die Motoryacht "Nostalgia" ist ein Funkamateur die letzte Rettung. Nach einem Sturm stehen der Besatzung nur noch ein Amateurfunk KW- Transceiver und eine kleine Antenne zur Verfügung, um einen Notruf abzusetzen Notrufe auf VHF und Leuchtraketen bleiben ohne Echo.

Dass es kein Scherz ist, erkennt Georg Intzoglou, DL4SV, an der Stimme. Der Mann, der den internationalen Notruf "Mayday, Mayday" benutzt, um Georgs Aufmerksamkeit zu erregen, ist unüberhörbar überaus aufgeregt. Sein Signal: sehr schwach. Fast täglich trifft sich abends zu später Stunde auf der Frequenz 14,285 MHz eine kleine Runde, um ihre Heimatsprache Griechisch zu sprechen. So auch in dieser Nacht vom 26. auf den 27. Juli, als der gebürtige Grieche Georg den Notruf in seinem Haus in Esslingen bei Stuttgart empfängt. Seine Funkpartner aus Kanada, Chile und Australien können den Notruf nicht aufnehmen. Georg muss seine Freunde um Funkstille bitten.

Der Notruf kommt von dem deutschen Funkamateur Klaus Bethge, DL8OL, der mit der Motoryacht "Nostalgia" in Höhe der italienischen Stadt Messina im Mittelmeer in Seenot geraten ist. Ein Kurzwellentransceiver und eine provisorisch aufgebaute Antenne sind für die Besatzung des Schiffs die einzige Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Bei einem Sturm, schon Tage zuvor, waren die Schiffsfunkantenne abgebrochen und der Motor ausgefallen. Die Versuche, auf VHF und mit Notraketen auf sich aufmerksam zu machen, schlugen fehl.

" Wir treiben direkt auf die Felsenküste zu", hört Georg die entsetzte Stimme von Klaus, nachdem er ihm gesagt hatte, dass sie deutsch sprechen können. Die Bedingungen, unter denen die Verbindung besteht, sind sehr schlecht. Mehrere Versuche sind notwendig, um das Call und die Koordinaten der Motoryacht zu übermitteln. Als Georg die Koordinaten bestätigt vorliegen hat, handelt er sofort. Jetzt ist keine Zeit mehr zu verlieren. Er ruft die Polizei in Esslingen an und schildert den Fall. Die Beamtin am Telefon schluckt. Ein Unglück 1750 km von Esslingen entfernt hat bestimmt noch niemand bei ihr gemeldet. Kurz darauf wird Georg von der Polizei zurückgerufen, um seine Angaben zu prüfen. Während Georg wieder in sein Shack geht, um die Verbindung zu der Yacht zu halten, informiert die Polizei das Lagezentrum des baden-württembergischen Innenministeriums in Stuttgart, die die Suchleitstelle der Bundeswehr in Münster um Hilfe bittet. Diese wiederum schildert die Situation der italienischen Küstenwache. Georg übermittelt die Erfolgsmeldung ins Mittelmeer, aber dort ist man noch skeptisch.

Erst als die Lichter zweier Boote zu sehen sind, ist der Jubel auch in Esslingen zu empfangen. Über Funk hört Georg, wie einer seinem Funkpartner Klaus zu ruft: "Da kommen zwei Boote auf uns zu!" Danach ist erst einmal Funkstille. Auf der Yacht ist die Freude groß, Klaus und die restliche Besatzung der Yacht sind gerettet!

Nach einiger Zeit ruft Georg noch ein paar mal die Yacht. Als Klaus sich meldet, ist seine Freude, dass alles glatt gegangen ist, unüberhörbar, und er verspricht: "Wenn ich wieder in Deutschland bin, schicke ich Dir meine QSL-Karte!"

Quelle CQ DL 9/99




Notfunkverkehr aus Ramstein


OM Thomas Schenk, DD3IR, berichtet wie folgt:

Als ich am 28. August 1988 um 1415 UTC Gerät einschaltete, um über Relais Kalmit einen Freund anzurufen, stieß ich auf einen total überfüllten Umsetzer und ein heilloses Durcheinander. Nach einiger Zeit erkannte ich, dass es darum ging, auf telefonischen Wege Notfallnachrichten aus Ramstein weiterzuleiten, wo sich anlässlich der Flugschau ein Unglück ereignet hatte. In Ramstein selbst war aus diesem Grunde das Telefonnetz völlig zusammengebrochen.

Ich nahm zunächst Nachrichten für zwei Personen entgegen und beteiligte mich dann immer reger an dem Notfunkverkehr, was dazu führte, dass ich mich unversehens in der Rolle der Leitstation wiederfand und diese Funktion dann auch weiterhin ausübte.

Gegen 1500 UTC erreichte mich von DB8VQ ein Notruf aus einem Militärkrankenhaus in Landstuhl. Zur Versorgung der dort eingelieferten Verletzten waren nicht genug Blutkonserven vorhanden, und es wurden dringend solche oder aber Blutspender benötigt. Diesen Notruf gab ich an die Relais Heidelberg, Pirmasens und Karlsruhe weiter. Er wurde auf jedem Relais bestätigt, und wie ich hörte, stellten sich auch einige OMs als Blutspender zur Verfügung.

Ich erhielt dann über Relais Kalmit, über welches dieser Funkverkehr vorwiegend ablief, den Anruf einer Mobilstation. Ein als Assistenzarzt in einem Karlsruher Krankenhaus tätiger OM wies mich aus seinem Fahrzeug darauf hin, dass in seiner Dienststelle noch Blutkonserven bestimmter Blutgruppen seien. Er gab mir eine Telefonnummer, mit der ich mich in Verbindung setzen sollte. Ich tat dies und erklärte meinem Gesprächspartner die Sachlage, mit dem Hinweis, dass der Assistenzarzt meine Angaben bestätigen werde, sobald er eine Telefonzelle gefunden habe.

Ob es dann tatsachlich zu einem Blutkonserventransport gekommen ist, habe ich allerdings nicht mehr erfahren. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde mir jedenfalls mitgeteilt, dass keine Blutkonserven mehr benötigt würden.

Zum Schluss noch einige Bemerkungen zur Struktur des Notfunknetzes, wie es sich unmittelbar nach Eintreten des Unglücks spontan entwickelte. Auf der Air Base in Ramstein waren außer einem OM mit einer Station in seinem Fahrzeug noch einige andere OMs anwesend und betriebsbereit. Notrufe bzw. Nachrichten wurden auch noch von einer Station in Landstuhl entgegengenommen und weitergeleitet.

Mehrere Stationen aus verschiedenen Telefon-Vorwahlgebieten erklärten sich bereit zur telefonischen Weiterleitung von Nachrichten in ihrem jeweiligen Vorwahlsektor. Die Aktivitäten erstreckten sich über ein Gebiet vom Raum Taunus über Mainz, Heidelberg, Neustadt/Weinstraße, Bad Dürkheim, Darmstadt, Sinsheim, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart bis nach Freiburg/Br. Auch aus dem Saarland beteiligten sich einige Stationen. Das Netz war gegen 1600 UTC voll betriebsbereit und wurde bis etwa 1900 UTC aufrechterhalten.

Nach der Auflösung des Netzes blieb außer mir noch ein weiterer OM auf Relais Kalmit für den Fall, dass doch noch Nachrichten zur Übermittlung anfallen würden. Der andere OM hatte über Relais Straßburg Verbindung zu Stationen in Frankreich, die sich nach französischen Besuchern der Flugschau erkundigten.

Erwähnt werden muss noch folgendes: Der OM an seiner Fahrzeugstation auf der Air Base in Ramstein wurde von den Leuten, für die er Nachrichten vermittelte, gefragt, ob dies etwas koste. Er verneinte dies, merkte aber noch an, dass, wenn irgendwann einmal ein Funkamateur zu ihnen kommen und um eine Antennengenehmigung nachsuchen sollte, sie ihm diese nicht verweigern sollten.

Soweit der Bericht vom Thomas, DD3IR. Hinzuzufügen wäre noch, dass von dritter Seite die während der gesamten Zeitdauer dieser Aktivitäten gewahrte hohe Funkdisziplin lobend hervorgehoben wurde.

Gerhard Paul, DF6SW

Quelle: CQ DL 11/88

  

Anmerkung: Sicherlich ist es heute viel praktischer sein Handy aus der Hosentasche zu ziehen, und mit kleinem Aufwand komfortabel jeden anrufen
zu können, egal wo dieser sich gerade befindet. Natürlich denkt jeder das das GSM-Netz nie ausfallen könnte, und alles wieder schnell repariert werden kann.
Das mal für längere Zeit in einem Land der Strom ausfallen kann, hat man sich vor einiger Zeit in Kanada wohl auch nicht jemand denken können. Weite Teile von
Nordamerika sind am 16.08.2003 vom Strom abgeschnitten gewesen. Auch bei der Flutkatastrophe in den neuen Bundesländern, von einigen Jahren, waren
Funkamateure behilflich, und wurden auch dafür ausgezeichnet.
Aus diesem Grundgedanken heraus besteht auch heute noch eine Veranstaltung, wo Funkamateure in der ganzen Welt sich an einem "Fieldday" beteiligen.
Der Gedanke dabei ist das Funkamateure die dazu nötigen Geräte, Antennen und Stromgeneratoren vorrätig halten, um ein sogenanntes "Inselsystem" zu
betreiben. Deshalb darf bei diesem "Fieldday" keine Energie aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen werden, und es muss auch ein mind. Abstand zur letzten
festen Bebauung gehalten werden. Diese "Fielddays" gibt es schon aus der Anfangszeit des Amateurfunks. Unser Ortsverband H42 hat schon mehrere solcher
"Fielddays" ausgetragen. Bilder dazu sind auf unserer Seite unter der Rubrik "Bilder" zu finden.

Um so unverständlicher ist es für mich zu sehen, wie kommerzielle Betreiber (hier DRK Hannover) ihre Antennenanlagen in einem nicht betriebsfähigen Zustand halten!! "Auf das diese Antennen niemals gebraucht werden, um Hilfe zu organisieren............"

Claudio Tiziani, HB9OAU

Goldene Antenne für

Mustapha DL1BDF

Tampere-Konvention: Telekommunikation für
Katastrophenhelfer


Sechseinhalb Jahre nach Verabschiedung tritt am heutigen Samstag, dem 8.1.2005, die
Tampere-Konvention[1] in Kraft, nachdem Litauen vor 30 Tagen als 30. Staat die
Ratifizierungsurkunde bei UNO-Generalsekretär[2] Kofi A. Annan hinterlegt hat. Das
internationale Übereinkommen Tampere Convention on the Provision of Telecommunication
Resources for Disaster Mitigation and Relief Operations soll es Hilfsorganisationen
erleichtern, in Katastrophengebieten Telekommunikationsinfrastrukturen zu errichten und
zu verwenden. In vielen Fällen haben regulatorische Vorschriften über
Frequenznutzungsrechte, Importverbote für Geräte oder auch Beschränkungen der
Bewegungsfreiheit von Personen Einsätze erschwert oder verzögert und dadurch
Menschenleben gekostet. "In Notfällen rettet Telekommunikation Leben", sagte Yoshio
Utsumi, Generalsekretär der ITU[3] (International Telecommunication Union), "Dank dieser
Konvention können Helfer moderne Telekommunikations-Möglichkeiten voll ausnutzen, was
für die Koordination von Rettungseinsätzen essenziell ist."

Der Vertrag gewährt bestimmten Helfern, die die Arbeit von Organisationen wie der
UN-Flüchtlingskommission (UNHCR[4]), dem UN-Büro für die Koordination humanitärer
Angelegenheiten (OCHA[5]) oder das Internationale Rote Kreuz (IFRC[6]) unterstützen,
auch Immunität vor Verhaftung und Festhaltung, außerdem sichert es ihnen Steuer- und
Zollfreiheit zu. Die Tampere-Konvention entfernt dabei nicht nur alle Nutzungs- und
Gebühren-Schranken, sondern ruft die Staaten zur Zusammenarbeit untereinander und mit
nichtstaatlichen Organisationen auf, bestimmt Regeln über die Anforderung von
Telekommunikationshilfsleistungen und die Vereinbarung der damit verknüpften
Bedingungen.

Bis heute haben 68 Staaten[7], darunter auch Deutschland, das Abkommen unterzeichnet.
Ratifiziert wurde es von 30 Staaten, darunter Großbritannien, Kanada, die Niederlande und
die Schweiz, aber auch sehr kleine Länder wie Liechtenstein, Panama und das Königreich
Tonga. Von den von der Tsunami-Katastrophe[8] betroffenen Gebieten sind Indien, Kenia
und Sri Lanka mit dabei. (Daniel AJ Sokolov)

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.reliefweb.int/telecoms/tampere
[2] http://www.un.org/News/ossg/sg/index.shtml
[3] http://www.itu.int/osg
[4] http://www.unhcr.ch
[5] http://ochaonline.un.org
[6] http://www.ifrc.org
[7] http://www.itu.int/newsroom/press_releases/2005/tampere_convention_table.html
[8] http://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_im_Indischen_Ozean_2004
[9] mailto:cm@ct.heise.de

Quelle: www.heise.de

  

Hier ein Fahrzeug der Unfallforschung in Hannover (MHH) Die Edelstahlantenne für das 4m BOS Funkgerät liegt direkt an einem Klappgeländer der Dachplattform an. Dort liegt also ein direkter Kurzschluss vor, wie man auch schon an der Schwarzfärbung sehen kann. Das das Funkgerät dadurch nur noch um die Ecke funken kann ist dann wohl kaum verwunderlich. Bei so einer Konstruktion hilft dann auch kein Digitalfunk weiter.........